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Die Chronik von Chorin in Bildern

Die Miniatur der Abtei in jeder Epoche, die Bilder der Chronikseiten und die Menschen, die dort lebten.

Die Abtei in ihrer Blütezeit, ein Sommermittag
Die Abtei in ihrer Blütezeit, ein Sommermittag
Epoche I

Mariensee und Chorin, 1258–1300

1258 lassen die Markgrafen auf einer Insel im Parsteiner See ein Zisterzienserkloster gründen: Mariensee. 1273 zieht es an den Choriner See, und seine Backsteinkirche wächst vom Chor bis zur Westfassade.

Mariensee, die Insel im Parsteiner See: ein Sommermorgen
Mariensee, die Insel im Parsteiner See: ein Sommermorgen
Mariensee im Winter
Mariensee im Winter
Chorin: Die neue Kirche wächst, ein Frühlingsmorgen
Chorin: Die neue Kirche wächst, ein Frühlingsmorgen
Chorin: ein Herbstnachmittag
Chorin: ein Herbstnachmittag

Die Ziele der Epoche

  1. Umzug nach Chorin

    Die Insel wird nicht lange taugen: Eine Urkunde von 1273 wird von „vielen Unannehmlichkeiten“ sprechen, und am 8. September 1273 werden die Markgrafen den Umzug nach Chorin bestätigen. Die Hälfte deiner Ziegel reist mit den Brüdern.

  2. Der Chor

    Erster Bauabschnitt der Marienkirche: der Chor im Osten, in dem die Brüder beten.

  3. Das Langhaus

    Eine dreischiffige Backsteinbasilika. Zisterzienser bauten keine Glockentürme, nur einen kleinen Dachreiter.

  4. Die Westfassade

    Gebaut wurde rund um den Klosterhof; den Abschluss bildete um 1300 die Westfassade der Kirche.

Seiten der Chronik

Prolog. Land der Seen und Buchen

Prolog. Land der Seen und Buchen

Der Nordosten Brandenburgs, etwa eine Stunde von Berlin entfernt. Die Gletscher der letzten Eiszeit hinterließen hier Hügel, Hunderte Seen und Sandebenen, die später Buchen- und Kiefernwälder bedeckten.

Heute liegt hier das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, und ganz in der Nähe wachsen Buchenwälder des UNESCO-Weltnaturerbes. Im 13. Jahrhundert war es das Grenzland der askanischen Herrschaft, dahinter lagen slawische und pommersche Gebiete.

Du führst eine Gemeinschaft von Zisterziensermönchen, die 1258 hierherkommt. Deine Aufgabe: beten und arbeiten, ora et labora, und ein Kloster errichten, von dem man noch sieben Jahrhunderte später spricht.

QuelleBiosphärenreservat Schorfheide-Chorin; Klosterland e. V. (Faltblatt Chorin)

Die Askanier und die Mark Brandenburg

Die Askanier und die Mark Brandenburg

Die Mark Brandenburg wurde von den Askaniern regiert. Mitte des 13. Jahrhunderts herrschten die Brüder Markgraf Johann I. und Otto III. gemeinsam.

Klöster waren ihre Stütze: Sie erschlossen das Land, gründeten Wirtschaftshöfe und festigten die Herrschaft am Rand des slawischen Gebiets. Das Kloster, das du baust, war als Haus- und Grablege der Askanier gedacht.

1258 übertrugen die Markgrafen dem Kloster Lehnin Dörfer und Seen mit dem Auftrag, auf der größeren Insel im Parsteiner See ein neues Kloster zu gründen.

QuelleA. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. V (2.9.1258); Klosterland e. V. (Faltblatt Chorin); D. Schumann, Markgräfliches Hauskloster, in: Offene Kirchen 2022 (Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg)

Die weißen Mönche

Die weißen Mönche

Der Zisterzienserorden wurde 1098 in Cîteaux in Burgund von Mönchen gegründet, die strenger nach der Regel des heiligen Benedikt leben wollten. Sie trugen Habite aus ungefärbter Wolle und hießen daher die weißen Mönche.

Zisterzienser siedelten fern der Städte am Wasser und lebten von eigener Arbeit. Ihre Kirchen sollten schlicht sein: keine Glockentürme, nur ein kleiner Dachreiter.

Klöster verbreiteten sich wie eine Familie: Ein Mutterkloster gründete Tochterklöster. Für Mariensee und damit für Chorin war Lehnin das Mutterkloster, ebenfalls eine askanische Gründung.

QuelleBrandenburgisches Klosterbuch (2007); A. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. V

Die Insel Mariensee

Die Insel Mariensee

Am 2. September 1258 ordneten die Markgrafen die Gründung eines Zisterzienserklosters auf einer Insel im Parsteiner See an. Es hieß Mariensee. Die einstige Insel Pehlitzwerder ist heute eine Halbinsel.

Auf der Insel lag ein slawischer Ringwall mit einer späteren Burg; das Kloster wurde daneben errichtet. Markgraf Johann I. wurde in der unvollendeten Kirche von Mariensee beigesetzt; seine Gebeine wurden später nach Chorin überführt.

Von Mariensee sind Mauerreste und Fundamente erhalten; als Theodor Fontane kam, standen sie nur noch etwa zwei Fuß hoch.

QuelleA. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. V; Kloster Chorin: Geschichte (kloster-chorin.org); D. Schumann, Markgräfliches Hauskloster, in: Offene Kirchen 2022 (Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg); Th. Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 3 (1873)

Konversen und Grangien

Konversen und Grangien

Eine Zisterziensergemeinschaft hatte zwei Stände. Die Chormönche widmeten sich mehr dem Gebet, die Konversen, meist bäuerlicher Herkunft, verrichteten den Großteil der Arbeit.

Die abgelegenen Wirtschaftshöfe des Ordens hießen Grangien. Konversen lebten dort wochenlang, bestellten die Felder und versorgten das Vieh. In Chorin entstand für sie ein eigener Westflügel, der letzte der Klausurflügel.

Dieses System machte die Zisterzienser zu bekannten Landwirten des mittelalterlichen Europa.

QuelleMuseum Eberswalde (Th. Sander); Brandenburgisches Klosterbuch (2007)

Der Umzug nach Chorin

Der Umzug nach Chorin

Die Insel erwies sich als ungeeignet: Die Urkunde von 1273 spricht von „vielen Unannehmlichkeiten“. Der Umzug an den Choriner See, den heutigen Amtssee, wurde um 1266 beschlossen; den Baubeginn der neuen Kirche datieren die Quellen auf 1272 oder 1273.

Am 8. September 1273 bestätigten die Markgrafen den Umzug offiziell, und das Kloster nahm den Namen Chorin an. Am neuen Ort gab es bereits eine Mühle, die dem Kloster 1258 verliehen worden war, und der Ort lag an einem See näher an Eberswalde und Angermünde.

Das Kloster wurde im Uhrzeigersinn um den Klosterhof errichtet. Zuletzt, um 1300, wurde die Westfassade der Kirche vollendet.

Schon zuvor, mit einer Urkunde vom 1. April 1272, schenkten die Markgrafen Otto und Albrecht dem Marienkloster zu Chorin neun Hufen Land bei Woltersdorf. Später wurden die Gebeine Markgraf Johanns I. hierher gebracht, und Chorin wurde zur Grablege seiner Linie der Askanier. Auf der einstigen Insel, heute der Halbinsel Pehlitzwerder, sind noch Mauerreste von Mariensee zu sehen; Theodor Fontane besuchte sie und beschrieb sie in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

QuelleA. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. V (2.9.1258), XIV (1.4.1272), XVII (8.9.1273); Museum Eberswalde; Th. Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 3 (1873); Kloster Chorin: Geschichte (kloster-chorin.org); D. Schumann, Markgräfliches Hauskloster, in: Offene Kirchen 2022 (Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg)

Backsteingotik

In den Ebenen Norddeutschlands gab es kaum Bausteine, nur Feldsteine. Also baute man mit Ziegeln, und es entstand ein eigener Stil: die Backsteingotik.

Chorin gehört zu ihren bedeutendsten Bauten. Handwerker formten Formsteine für Friese und individuell gestaltete Konsolen und schnitten Pflanzenmotive in den rohen Ton.

Auch die Blendnischen, die du an den Fassaden siehst, gehören zur selben Kunst.

QuelleKlosterland e. V. (Faltblatt Chorin); Kloster Chorin: Geschichte (kloster-chorin.org); D. Schumann, Markgräfliches Hauskloster, in: Offene Kirchen 2022 (Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg); G. Kiesow, Backstein ist nicht gleich Backstein, in: Monumente 3/2009

Die Ziegelei

Die Ziegelei

Ton wurde in der Nähe gegraben, mit Wasser und Sand geknetet und in Holzformen gestrichen. Die Rohlinge trockneten wochenlang und wurden dann in Feldöfen gebrannt. Oft war nur etwa ein Drittel eines Brandes brauchbar.

Mittelalterliche Ziegel im sogenannten Klosterformat waren größer als heutige, etwa 28 Zentimeter lang. Für Friese, Rippen und Fenstergewände fertigte man Formsteine, und in der Backsteingotik wurden manche Ziegel glasiert, sodass die Mauern dunkle Bänder zeigten.

Im Winter arbeiteten auf einer Baustelle weit weniger Hände, also hatte auch das Zieglerhandwerk seine Saison, wie im Spiel, wo Ziegel im Sommer schneller entstehen.

QuelleKloster Chorin: Geschichte (kloster-chorin.org); D. Schumann, Markgräfliches Hauskloster, in: Offene Kirchen 2022 (Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg); O. Stiehl, Backstein, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. I (1937), Sp. 1340–1345; G. Kiesow, Backstein ist nicht gleich Backstein, in: Monumente 3/2009; Hochschule Neubrandenburg: Ziegeleien allgemein (hs-nb.de); G. Binding, Bauwissen im Früh- und Hochmittelalter, in: Wissensgeschichte der Architektur, Bd. III, Berlin 2014

Der Tag eines Mönchs

Der Tag eines Mönchs

Der Tag eines Zisterziensers war zwischen Gebet, Arbeit und Lesung geteilt. Die Mönche standen nachts zu den Vigilien auf, im Winter lange vor Tagesanbruch. Gesprochen wurde wenig: In Dormitorium, Refektorium und Kreuzgang herrschte Stille.

Von Ostern bis Mitte September aßen sie meist zweimal am Tag (im Sommer mittwochs und freitags oft nur einmal), den Rest des Jahres einmal, in der Fastenzeit erst am Abend. Brot, Gemüse, Hülsenfrüchte und Fisch waren die Grundnahrung, denn die Regel schränkte Fleisch ein. Während der Mahlzeiten las ein Bruder vor, die anderen hörten schweigend zu.

Zwischen den Gebeten wechselten Arbeit auf Feldern und in Werkstätten und die „göttliche Lesung“, das langsame, nachdenkliche Lesen der Schrift.

QuelleRegula Benedicti, cap. 6, 8, 16, 38–42, 48

Das Stundengebet

Das Stundengebet

Die Regel des heiligen Benedikt gliederte den Tag des Mönchs durch Gebete: nachts die Vigilien, im Morgengrauen die Laudes, dann Prim, Terz, Sext und Non, die Vesper und vor dem Schlaf die Komplet.

Im Spiel gibt es vier davon, dafür in deiner echten Zeit: Laudes um 6:00, Sext um 12:00, Vesper um 18:00 und Komplet um 21:00 Uhr. In diesen Stunden verdoppelt sich der Glaube.

QuelleRegula Benedicti, cap. 8–18

Gäste und Pilger

Gäste und Pilger

Die Regel des heiligen Benedikt gebietet, jeden Gast wie Christus selbst aufzunehmen. Deshalb hatten Klöster Gästehäuser, und Reisende konnten mit Brot und Nachtlager rechnen.

Pilger erkennt man am breiten Hut, am Stab und an der Jakobsmuschel, dem Zeichen der Wallfahrt nach Santiago de Compostela. Im Spiel bringen sie Spenden oder Segen.

QuelleRegula Benedicti, cap. 53

Die Westfassade

Die Westfassade

Die dreischiffige Basilika von Chorin erhielt um 1300 ihre berühmte Westfassade. Der Kunsthistoriker Georg Dehio nannte die Kirche das bedeutendste und edelste Werk der Frühgotik im Gebiet des norddeutschen Ziegelbaus.

Im Westflügel sind Reste mittelalterlicher Wandmalereien aus der Zeit um 1300 erhalten, allerdings großenteils als Kopie aus der Restaurierung von 1885. Die Zisterziensergemeinschaft lebte rund 270 Jahre in Chorin.

QuelleG. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. 2 (1906); Museum Eberswalde; Klosterland e. V. (Faltblatt Chorin); J. Raue, Ein Mittelalterbild im Rahmen von Ordnung, Pflicht und Schönheit, in: N.-J. von Möllendorff, V. Ummenhofer (Hg.), Mittelalterbilder und Denkmalpflege, Bamberg 2023, S. 241–268

Menschen der Epoche

Der Abt
Der Abt
Ein Chormönch
Ein Chormönch
Ein Laienbruder
Ein Laienbruder
Der Baumeister
Der Baumeister
Ein Markgraf aus dem Haus der Askanier
Ein Markgraf aus dem Haus der Askanier
Der Abt, ein Chormönch, ein Laienbruder, ein Baumeister, eine Bäuerin mit ihren Eiern, zwei Pilger und der Markgraf
Der Abt, ein Chormönch, ein Laienbruder, ein Baumeister, eine Bäuerin mit ihren Eiern, zwei Pilger und der Markgraf
Epoche II

Blütezeit, 14.–15. Jahrhundert

Die Abtei auf ihrem Höhepunkt: Dörfer und Ländereien, Mühlen und Fischteiche, Handel an der Oder und ein Saal für fürstliche Gäste. Die Geschichte der Mark Brandenburg kommt bis an ihr Tor.

Frühlingsregen über der Abtei
Frühlingsregen über der Abtei
Winter: Schnee auf den Dächern, Eis auf dem See
Winter: Schnee auf den Dächern, Eis auf dem See
Eine Herbstnacht: Die Brüder gehen mit Laternen zu den Vigilien
Eine Herbstnacht: Die Brüder gehen mit Laternen zu den Vigilien

Die Ziele der Epoche

  1. Das Dorf Ziethen kaufen

    Das Kloster erweiterte seinen Besitz weiter. 1320 kaufte es Groß Ziethen vom Ritter Redekin; Fürst Heinrich von Mecklenburg bestätigte den Kauf.

  2. Der Fürstensaal

    Im Westflügel liegt der Fürstensaal. Reste seiner Wandmalereien aus der Zeit um 1300 sind erhalten, großenteils als Kopie von 1885. Halte den Saal seiner Gäste würdig.

  3. Die Güter auf ihrem Höhepunkt

    Im 14. und 15. Jahrhundert erweiterte das Kloster seine Güter; auf ihrem Höhepunkt erstreckten sich seine Kernländereien über etwa 40 mal 40 Kilometer. Sammle einen Schatz, der ihrer würdig ist.

Seiten der Chronik

Wasser für Mühlen und Teiche

Wasser für Mühlen und Teiche

Aus dem Amtssee fließt die kleine Ragöse, doch ihr Wasser reichte für die Mühlen und den Haushalt des Klosters nicht aus. Deshalb gruben die Mönche den Nettelgraben, einen mehrere Kilometer langen Kanal, der zusätzliches Wasser aus dem Gebiet des Parsteiner Sees zum Kloster, zu seinen Teichen und Mühlen brachte. Um 1400 betrieb das Kloster elf Wassermühlen.

Fisch war ein wichtiger Teil der Klosterkost, denn die Regel schränkte Fleisch ein. Die Zisterzienser stauten Teiche auf, und die Markgrafen verliehen dem Kloster Fischereirechte, unter anderem in Oderberg.

Von den Wirtschaftsbauten des Klosters sind die Mühlenruine und das Brauhaus selbst erhalten: Im einstigen Brauhaus ist heute die Ausstellung „Karl Friedrich Schinkel und Chorin“ zu sehen.

QuelleEigenbetrieb Kloster Chorin: 3 kleine Rundgänge – Das Kloster Chorin in seiner Landschaft (Faltblatt, 2019); A. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. XXX

Die Güter des Klosters

Die Güter des Klosters

Die Askanier statteten das Kloster großzügig aus: Inseln im Parsteiner See, die Dörfer Pehlitz, Plawe, Brodowin und Chorin mit ihren Seen, das Hospital in Oderberg und die Mühle an der Ragöse.

Später kaufte oder erhielt das Kloster weitere Dörfer, etwa Ziethen und Briest. Auf ihrem Höhepunkt erstreckten sich seine Kernländereien über etwa 40 mal 40 Kilometer.

Für den Platz am See tauschte das Kloster Land mit dem wendischen Dorf Ragöse, das dafür 32 Hufen in Parstein erhielt.

QuelleA. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. V (2.9.1258), XX (25.9.1275), XXV (27.6.1277); Klosterland e. V. (Faltblatt Chorin); Kloster Chorin: Geschichte (kloster-chorin.org)

Das Klosterland in seiner Blüte

Das Klosterland in seiner Blüte

Schon im 13. Jahrhundert mehrte das Kloster seinen Besitz: 1275 verkauften ihm die Markgrafen Otto und Albrecht das Dorf Ziethen, 1277 erhielt es Briest geschenkt. 1320 bestätigte Fürst Heinrich von Mecklenburg den Kauf von Groß Ziethen vom Ritter Redekin. Im 14. und 15. Jahrhundert vergrößerte das Kloster seine Güter weiter.

Doch 1542, wenige Jahre nach Einführung der Reformation in Brandenburg, wird das Kloster säkularisiert. Davon erzählt die nächste Epoche.

QuelleA. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), Nr. XX, XXV, LV; Klosterland e. V. (Faltblatt Chorin); J. Raue, Ein Mittelalterbild im Rahmen von Ordnung, Pflicht und Schönheit, in: N.-J. von Möllendorff, V. Ummenhofer (Hg.), Mittelalterbilder und Denkmalpflege, Bamberg 2023, S. 241–268

Das Ende der Askanier
1320

Das Ende der Askanier

Markgraf Waldemar starb 1319 und wurde in Chorin begraben. Ein Jahr später, 1320, erlosch die brandenburgische Linie der Askanier, und die Mark blieb ohne Markgrafen.

Die Klöster, die die Askanier gegründet und beschenkt hatten, mussten neue Schutzherren suchen. Am 30. November 1320 nahm Herzog Rudolf von Sachsen Chorin in seinen Schutz.

QuelleA. F. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis A XIII (1857), regest of 30.11.1320; ADB 40 (1896) 677–687

Der Mann, der sich Waldemar nannte
1348

Der Mann, der sich Waldemar nannte

1348 trat ein Mann auf, der sagte, er sei Markgraf Waldemar und von einer langen Pilgerfahrt heimgekehrt, obwohl Waldemar 1319 in Chorin begraben worden war.

Viele Städte und Herren der Mark erkannten ihn an, doch 1350 wurde er zum Betrüger erklärt. Wer er wirklich war, sagen die Quellen nicht sicher.

QuelleNDB 27 (2020) 294–295; ADB 40 (1896) 677–687

Das Landbuch von 1375
1375

Das Landbuch von 1375

1373 kaufte Kaiser Karl IV. die Mark Brandenburg. Um ihre Einkünfte zu kennen, ließ er ein Verzeichnis ihrer Abgaben und Dienste anlegen, das man damals Landbuch nannte.

Nach einem Fragenkatalog wurden vor Ort die Rechte und Abgaben fast aller Dörfer des Teltow, Havellands, der Zauche, des Barnim und der Uckermark erhoben. Das Ergebnis erfreute den Kaiser wenig: Die meisten Einkünfte des Landesherrn waren längst veräußert.

QuelleF. Escher, Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern. Eine historische Einführung, in: P. Knüvener, D. Schumann (Hg.), Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern, Berlin 2015, S. 17–24

Krieg um die Uckermark
1420

Krieg um die Uckermark

1420 kämpften der Markgraf und die Herzöge von Pommern bei Angermünde, nicht weit von Chorin.

Ihre Kriege um die Uckermark dauerten bis 1427.

QuelleStadt Angermünde, Stadtgeschichte; Encyclopaedia Britannica (1911)

Die Hussiten bei Eberswalde
1432

Die Hussiten bei Eberswalde

Im April 1432 zog ein Hussitenheer in die Mark Brandenburg. Der nördlichste Ort, den es nach den Quellen erreichte, ist Gersdorf bei Eberswalde.

Bernau hielt ihm am 23. April stand.

QuelleU. Tresp, Hussiteneinfall in die Mark Brandenburg 1432, brandenburgikon (2018)

Menschen der Epoche

Ein Chormönch beim Schreiben
Ein Chormönch beim Schreiben
Ein Laienbruder mit einem Karpfen
Ein Laienbruder mit einem Karpfen
Ein Kaufmann aus Oderberg
Ein Kaufmann aus Oderberg
Ein Pilger
Ein Pilger
Eine Bäuerin mit ihrem Krug
Eine Bäuerin mit ihrem Krug
Ein Chormönch, Dorfleute, ein Kaufmann aus Oderberg, ein adliger Reisender und sein Diener, der Reiter von 1320 und der Bote des Aufgebots
Ein Chormönch, Dorfleute, ein Kaufmann aus Oderberg, ein adliger Reisender und sein Diener, der Reiter von 1320 und der Bote des Aufgebots
Epoche III

Säkularisation, 1542–1815

Nach der Reformation wird die Abtei 1542 zum Kammergut. Die Mönche sind fort, Ställe und Speicher lehnen an der Kirche, und die Mauern beginnen zu verfallen.

Das Kammergut an einem Sommernachmittag
Das Kammergut an einem Sommernachmittag
Winter auf dem Kammergut
Winter auf dem Kammergut
Herbstregen über dem Kammergut
Herbstregen über dem Kammergut

Die Ziele der Epoche

  1. Das Kammergut einrichten

    1542 wurde das Kloster säkularisiert und in ein staatliches Gut umgewandelt. Der Konvent war nicht mehr vollzählig; die Gebäude werden für die Landwirtschaft umgebaut.

  2. Die Ruine bis 1797 erhalten

    Die Gebäude verfallen. Halte den Zustand des Denkmals bei mindestens 40 %, bis der Architekt David Gilly in der Ruine einen malerischen Ort sieht.

Seiten der Chronik

Das Ende des Klosters

Das Ende des Klosters

1542, wenige Jahre nach Einführung der Reformation in Brandenburg, wurde das Kloster säkularisiert und in ein Kammergut umgewandelt. Die Gebäude verfielen.

1797 sah der Architekt David Gilly in der Ruine am Amtssee einen malerischen Ort, und gerade deshalb einen erhaltenswerten. An die Ostseite der Kirche waren Ställe und Speicher angebaut.

QuelleMuseum Eberswalde; Klosterland e. V.; Kloster Chorin: Geschichte (kloster-chorin.org)

Die Pest in Prenzlau
1710

Die Pest in Prenzlau

Von 1709 bis 1711 zog die Pest durch die Uckermark. Im August 1710 erreichte sie Prenzlau.

Die Obrigkeit ordnete Quarantäne und Gesundheitspässe an: Reisende mussten zeigen, dass sie aus einem pestfreien Ort kamen.

QuelleF. Göse, Große Pest (1708–11), brandenburgikon (2020)

Die Trockenlegung des Oderbruchs
1747–1753

Die Trockenlegung des Oderbruchs

In sechs Jahren, von 1747 bis 1753, wurde der wechselnde Lauf der Oder mit ihren vielen Mäandern durch Durchstiche und Deiche festgelegt. Ein Kanal zwischen Güstebiese und Hohensaaten verkürzte den Fluss um etwa 20 Kilometer.

Ab 1753 kamen Siedler aus vielen Ländern Europas in das trockengelegte Oderbruch, und neue, regelmäßig angelegte Dörfer entstanden.

QuelleJ. Peters, Die Zukunft des Oderbruchs, bpb (2012)

Die Franzosen in der Mark
1806

Die Franzosen in der Mark

Am 14. Oktober 1806 wurde Preußen bei Jena und Auerstedt geschlagen, und französische Truppen besetzten Berlin und die Mark.

Die Besatzer verlangten von Städten und Gütern Lebensmittel und Futter; Heu und Stroh für ihre Pferde mussten in kurzer Frist geliefert werden.

QuelleR. Schmidt, Geschichte der Stadt Eberswalde, Bd. 2 ([1941]) 107–109; ADB 12 (1880) 685–686

Menschen der Epoche

Martin Luther, 1520
Martin Luther, 1520
Der kurfürstliche Beamte, 1542
Der kurfürstliche Beamte, 1542
Ein Bauer des Kammerguts
Ein Bauer des Kammerguts
Leute des Kammerguts, ein Kaufmann, ein adliger Gast, ein Fuhrmann, ein Maler und der Wächter von 1710
Leute des Kammerguts, ein Kaufmann, ein adliger Gast, ein Fuhrmann, ein Maler und der Wächter von 1710
Epoche IV

Rettung, 1816–1842

David Gilly sieht eine malerische Ruine, Karl Friedrich Schinkel nennt ihre Erhaltung eine Pflicht, und ab 1828 wird die Kirche gerettet.

Gerüste an der Westfassade: die Rettung, ein Frühlingsmittag
Gerüste an der Westfassade: die Rettung, ein Frühlingsmittag
Die Ruine an einem Herbstnachmittag
Die Ruine an einem Herbstnachmittag
Eine Winternacht während der Rettung
Eine Winternacht während der Rettung

Die Ziele der Epoche

  1. Schinkels Besuch, 1816

    Bereite die Ruine auf die Besichtigung vor: mindestens 60 %. Karl Friedrich Schinkel wird schreiben, die Erhaltung eines so seltenen Denkmals werde zur Pflicht.

  2. Rettung der Kirche, 1828–1842

    1828 wurden Ställe und Speicher von der Kirche entfernt. 1842 nahm sich Ludwig Persius im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. erneut der Rettung an. Vollende die Arbeiten und stelle das Denkmal wieder her.

Seiten der Chronik

Schinkel rettet die Ruine

Schinkel rettet die Ruine

1816/1817 nahm der Architekt Karl Friedrich Schinkel Chorin genau in Augenschein. Er schrieb, bei der Seltenheit solcher Denkmäler in dieser Provinz werde ihre Erhaltung zur Pflicht.

1827 entstand am Rand des Geländes ein neues Wirtschaftsgebäude, und 1828 wurden die Ställe und Speicher an der Kirche entfernt. Später nahm sich Ludwig Persius im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. erneut der Rettung der Kirche an. Der Ostflügel hatte in den 1770er-Jahren sein Obergeschoss und den Kapitelsaal verloren; 1832 wurde er nach Plänen aus Schinkels Umkreis instand gesetzt.

In seinem Gutachten für die preußische Oberbaudeputation (Entwurf vom Dezember 1816, Endfassung vom 8. Januar 1817) beschrieb Schinkel bedeutende Reste der Klostergebäude, „in vieler Hinsicht als Werke altdeutscher Baukunst merkwürdig“. Die gewölbelose Kirche diente damals als Scheune und Holzschuppen. Das Kupferstichkabinett in Berlin bewahrt eine Reihe seiner Zeichnungen von Chorin auf, wohl größtenteils vor Ort entstanden.

Nach den ersten Arbeiten geschah von 1834 bis 1842 an der Ruine nichts mehr. Im Juli 1842 inspizierte Ludwig Persius die Kirche im Auftrag Friedrich Wilhelms IV., lieferte exakte Bauzeichnungen und schlug vor, sie zunächst nur so weit herzustellen, „um der kleinen Gemeinde Platz in derselben zu geben“.

QuelleJ. Raue, Ein Mittelalterbild im Rahmen von Ordnung, Pflicht und Schönheit, in: N.-J. von Möllendorff, V. Ummenhofer (Hg.), Mittelalterbilder und Denkmalpflege, Bamberg 2023, S. 241–268; Museum Eberswalde (Th. Sander); Kupferstichkabinett SMB (SM 17b)

Die Cholera 1831
1831

Die Cholera 1831

1831 erreichte die Cholera zum ersten Mal Preußen, im August brach sie in der Provinz Brandenburg aus.

Die Behörden zogen Sperren und verboten den Verkehr mit Orten, in denen die Krankheit wütete.

QuelleR. Schmidt, Geschichte der Stadt Eberswalde, Bd. 2 ([1941]) 136–137; C. Jütte, Die Choleraepidemie 1831, LeMO, DHM (2015)

Menschen der Epoche

David Gilly, 1797
David Gilly, 1797
Karl Friedrich Schinkel, 1816
Karl Friedrich Schinkel, 1816
Ludwig Persius
Ludwig Persius
Ein reisender Herr
Ein reisender Herr
Ein Wanderer, ein adliger Gast, ein Maurer, ein Kaufmann und ein Diener, eine Bäuerin, ein französischer Quartiermeister von 1806 und ein preußischer Beamter von 1831
Ein Wanderer, ein adliger Gast, ein Maurer, ein Kaufmann und ein Diener, eine Bäuerin, ein französischer Quartiermeister von 1806 und ein preußischer Beamter von 1831
Epoche V

Chorin heute, seit 1997

Seit 1997 kümmert sich das Amt Britz-Chorin um das einstige Kloster. Besucher kommen an den Amtssee, und im Sommer erfüllt der Choriner Musiksommer die Kirche mit Musik.

Chorin heute: ein Sommernachmittag
Chorin heute: ein Sommernachmittag
Chorin heute: ein Herbstmorgen
Chorin heute: ein Herbstmorgen
Chorin heute: eine Sommernacht
Chorin heute: eine Sommernacht

Die Ziele der Epoche

  1. Das Kloster für Besucher öffnen

    1997 übernahm das Amt Britz-Chorin das ehemalige Kloster. Bereite es für Gäste vor.

  2. Der Choriner Musiksommer

    Der Choriner Musiksommer, der hier seit 1964 stattfindet, ist zu einem der bekanntesten Musikfestivals Brandenburgs geworden. Gib ihm die Bühne, die er verdient.

Seiten der Chronik

Chorin heute

Chorin heute

1997 übernahm das Amt Britz-Chorin das ehemalige Kloster. Seit 1964 erfüllt der Choriner Musiksommer, eines der bekanntesten Musikfestivals Brandenburgs, im Sommer die Kirche, und im Amtssee kann man baden.

Wanderwege führen um den See, und die kostenlose App „Kloster Chorin 3D“ zeigt das Kloster zur Zeit der Zisterzienser.

Alles, was du im Spiel gebaut hast, kannst du dir vor Ort ansehen: Von Berlin aus dauert die Fahrt etwa eine Stunde.

QuelleKloster Chorin (kloster-chorin.org); Choriner Musiksommer e. V.; Kloster Chorin, Jahreskalender 2022

Das Oderhochwasser
1997

Das Oderhochwasser

Im Juli 1997 trat die Oder über die Ufer. Am 30. Juli erreichte ein Riss im Deich bei Hohenwutzen die Deichkrone, und es schien, als würde das Oderbruch überflutet.

Tausende Helfer retteten es: Sie füllten acht Millionen Sandsäcke.

QuelleStaatskanzlei Brandenburg, Pressemitteilung zum Oderhochwasser 1997 (15.07.2017); J. Peters, Die Zukunft des Oderbruchs, bpb (2012)

Menschen der Epoche

Ein Besucher
Ein Besucher
Eine Besucherin mit ihrer Kamera
Eine Besucherin mit ihrer Kamera
Eine Geigerin des Choriner Musiksommers
Eine Geigerin des Choriner Musiksommers
Wanderer und Besucher, eine Lehrerin mit einem Kind ihrer Klasse, ein Händler vom Bauernmarkt mit einer Kiste Äpfel und ein Helfer beim Hochwasser von 1997
Wanderer und Besucher, eine Lehrerin mit einem Kind ihrer Klasse, ein Händler vom Bauernmarkt mit einer Kiste Äpfel und ein Helfer beim Hochwasser von 1997

Schreib deine eigene Chronik

Im Spiel bewegen sich diese Bilder: Die Jahreszeiten wechseln, die Brüder arbeiten und beten, und die Abtei wächst mit jeder deiner Entscheidungen. Epoche I startest du kostenlos.